GOTT WEINT

Die Bibel wird zur Bibel.

Befassen wir uns also mit der Bibel und ihrer Geschichte. Die uns ältesten vorliegenden Berichte, die über Jesus geschrieben wurden, sind frühestens zwanzig Jahre nach seinem Tod geschrieben worden. Diese Berichte wurden allerdings nicht in Geschichten geschrieben, ähnlich wie die Evangelien, sondern rührten aus Briefen her. Die Evangelien stammen etwa vierzig bis siebzig oder neunzig Jahre nach seinem Tod her.  Uns ist bekannt das sich in dem Kreis von Jesus Frauen und Männer scharrten. Zu dieser Zeit gab es das Christentum so noch nicht. Es waren eher kleine christliche Sekten, wie zum Beispiel: die Gnostiker. Die Geschichte des heutigen Christentums wird gerne so wieder gegeben, dass die Schar sich um Jesus beträchtlich erhöhte, er starb , durch Petrus die Kirche gegründet wurde die dann vom Saulus-Paulus übergangen wurde und er seine eigene Kirche gründete, dessen Übel wir beerbten, Kaiser Konstantin das Christentum amtlich machte und schließlich die Welt mit dem Glauben überflutete.

Zwischen Jesu Tod und dem Verfassen des ersten Evangeliums, vergingen nahezu vierzig Jahre. Diese Aussage ist bereits wissenschaftlich hinterlegt, auch wenn zum Beispiel. Zeugen Jehovas behaupten, dass die Evangelien zeitnah verfasst wurden. Woher sie diese Ansicht haben, bleibt ihnen überlassen, kann aber getrost mit einem kommentarlosen Kopfschütteln abgestreift werden. Die Jünger an Jesus Seite hatten also nahezu vierzig Jahre Zeit das Erlebte zuzüglich der mündlichen Überlieferungen niederzuschreiben, so dass daraus eine Geschichte entstand. Wir wissen auch, dass jedes Evangelium eine andere Interpretation hinterlässt. Um das 6. Jahrhundert dann wurden die vier Evangelien und die 23 anderen Texte als „Heilige Schrift“ zusammengefasst. Eine bis dahin jüdische Zusammenstellung von Schriftmaterial. Die Jünger Jesu wurden von den Juden als Nazarener beschimpft, denn der Begriff sollte auch die Abneigung gegen diese Gruppe zum Ausdruck bringen. Christen wurden sie nur von den Nicht-Jüdischen Menschen genannt. Die bis dahin verbundenen Christen waren sich jedoch nicht in allem einig. Der eine Teil hing immer noch an alten Gesetzen fest und forderte die Beschneidung der Säuglinge und die Einhaltung der jüdischen Ernährungsvorschriften. Die heutigen Christen in der Gruppe lehnten dieses ab, sondern verwiesen einzig auf Jesus Christus als den Heilsbringer. Die Gruppe der Eboniten lehnte die Christen ab, da sie der Meinung waren, jeder der das ewige Leben erlangen wolle, müsse jüdisch sein. Sie glaubten das Jesus sich als Mensch so sehr auszeichnete, dass er die Gunst Gottes erlangte und er ihn daraufhin als seinen Sohn annahm. Dann kam Saulus ins Spiel. Ein blutrünstiger brutaler Christenverfolger, der auf der Straße nach Damaskus ein Jesus-Erlebnis hatte, wie er behauptete und von da an der radikalste Christen-Verteidiger wurde. So fanatisch wie er vorher die Christen verfolgte, so fanatisch stand er nun hinter Jesus Christus. Paulus war es der behauptete, dass männliche Säuglinge nicht beschnitten werden müssten , ja eine Beschneidung an sich nicht notwendig sei und eine Konvertierung zum Judentum sowieso nicht nötig sei. Auf dieser Grundlage baute er dann christliche Kirchen östlich vom Mittelmeergebiet auf.  Das römische Reich wuchs immer mehr und schloss immer mehr religiöse Vereinigungen ein. Hauptsächlich waren es heidnische Glaubensrichtungen, ebenso nahmen immer mehr die griechischen und ägyptischen Einflüsse zu.  Zu dieser Zeit wuchs das Christentum heran. Das Christentum erweiterte seinen Glauben insoweit, dass sie ihren bisher heidnischen Traditionen auch Teile griechischer und ägyptischer Traditionen beifügten. Es entwickelte sich zu einem Wanderchristentum, in der Priester in Synoden zum Gottesdienst aufriefen und dort ihre Sichtweise des Christentums veranschaulichten und erklärten. Sie ließen zu diesem Zeitpunkt schon keine anderen Sichtweisen mehr zu, sondern schmetterten diese als Ketzerei ab. Bis dahin wurden Christen verfolgt, weil sie einfach nicht geduldet wurden und andere religiösen Traditionen störten, indem sie radikal die ihrige vertraten. Kaiser Konstantin erklärte dann im Jahr 313, das es erwünscht wäre wenn man zum Christentum überwechseln würde. Es war ein geschickter politischer Schachzug von Konstantin, als er kurz vor seinem Tod 337 selbst zum Christentum konvertierte um seiner ausgerufene Religion 323 Nachdruck zu verleihen. 313 endete dann auch die Christenverfolgung, bzw. wurde unter Strafe gestellt. Bis dahin war Konstantin eher ein Sonnenanbeter und bediente sich griechischer und ägyptischer Ansichten. Sehr viele Christen unterschieden den Sonnenkult nicht von dem ihrigen. In der Annahme, der Geburtstag der Sonne fiele auf den 25. Dezember und der Aussage, Jesus wäre in seiner Kutsche über den Himmel gefahren feierten sie das Jesus-Fest am 25. Dezember. Dann kam das Jahr, welches das komplette Weltgeschehen bis heute verändern ließ und die Christen legitimierte den blutigsten Feldzug der Geschichte zu beginnen. Kaiser Konstantin rief zum Konzil von Nizäa auf. Dieses Konzil war nötig, weil aufgrund der Pluralität der religiösen Vereinigungen, insbesondere Ariusanhänger und orthodoxe Christen immer größere Zwietracht gesät wurde und den Frieden störte. Während die Christen behaupteten, das Jesus vom selben Ursprung wie Gott wäre, also ihn mit Gott gleichstellten, entgegneten die Ariusanhänger das nur Gott Gott sei. Niemand sei ihm gleichzustellen. Dieses sagte aus, das Arius inclusive Gefolgschaft Jesus für einen Menschen hielten und nicht für den Sohn Gottes. Das Ende des Konzils war, dass man beschloss Arianismus sei eine Irrlehre und die christliche Ansicht, wäre die einzig Wahre. Dadurch das Konstantin selbst den Vorsitz den Konzils übernahm ging es hier nicht um Wahrheit und Irrlehre sondern eher um den politisch strukturellen Weg Europas zu bahnen. Von diesem Tag an wurden die Christen, die am Tag zuvor noch die Verfolgten waren, die Verfolger.

7.9.13 17:09

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL