GOTT WEINT

So schafft man Legenden!

Die frühen christlichen Kirchenväter entschieden darüber welche, bis dahin bekannten Schriften und Evangelien ihrer Version und ihrer Interpretation der Religion zugetan waren und beschlossen dann die Reihenfolge der Evangelien. Ende des 4. Jahrhunderts wird das Ketzertum auf Strafe gestellt (was wir 1487 im Malleus Maleficarum dem sogenannten „Hexenhammer“ lesen, indem das Christentum beschreibt, wie brutal mit Ketzern zu wiederfahren sei, in allen Einzelheiten von Foltermethoden) und das Bild des Christentums genau vorgegeben.

Christen können sich also nicht auf ihre eigene Religion beziehen sondern nur auf ein Gericht welches sie uns präsentieren, dessen Zutaten aus vielen anderen Religionen, Gottesansichten und Mythologien übernommen wurde. Nicht zu vergessen, dass es bis Saulus-Paulus kam, nicht mal eine heute Christenheit gab, sondern die Religion rein jüdisch war. Zu verdanken haben wir die heute existierende frühe Geschichte des Christentums einem mann Namens Eusebius der seine Geschichte mit Beginn des 4. Jahrhunderts schrieb. Eusebius war ein Angestellter des römischen Kaisers Konstantin. Heutige Christen behaupten, Gottes Geist sei in Konstantin gefahren, als er das Christentum, als „die eine und wahre Religion“ ausrief. Eine solche Behauptung beleidigt in tiefstem Maße Gott. Denn Konstantin kam von Nizäa heim, nachdem er dem Christentum die Macht gab und ließ erst einmal seine Frau und seinen Sohn ermorden. Die Taufe nahm er zu Lebezeiten auch nicht an, weil er als ungetaufter Mensch weiterhin seinen brutalen Praktiken nachgehen konnte. Erst auf dem Sterbebett bat er um die Taufe, die Konvertierung und die Vergebung seiner Sünden. An Konstantin war also weder Gottes Geist noch der bekennende Christ aktiv sondern einfach nur politisches und egoistisches Kalkül.

Nehmen wir einmal an, im heutigen Ägypten würde ein alter Mann, der die Jahrhunderte überlebt hätte, mit seinem Enkel eine Schriftrolle finden und der Enkel würde sagen: „Sieh mal, eine Schriftrolle, die von einem Mann erzählt, der Gottes Sohn war, predigte, getötet wurde und wieder aufstand“. Der alte Mann würde antworten: „Ich weiß das war Osirs“. Der Junge würde aber antworten: „Nein der hieß Jesus“ Der alte Mann würde mit dem Kopf schütteln und der Junge würde daraufhin fragen: „Gibt es einen Beweis dafür das dieser Jesus gelebt hat?“

Die Frage können wir dem Jungen beantworten. Es gibt keinen einzigen Beweis dazu, dass Jesus jemals lebte. Ebenso nicht wie das es den Beweis gibt, dass Adam und Eva je gelebt haben. Die Geschichte Adams und Evas muss man nicht so nehmen wie sie geschrieben steht. Es kann durchaus nur eine Bildsprache sein um dem Menschen zu verdeutlichen was geschieht wenn der Mensch sündigt. Und mal ehrlich: Wer will denn ernsthaft glauben, dass ein Gott, der so mächtig ist eine Erde und das Universum zu schaffen, einen Menschen aus einer Handvoll Erde macht? Da es keinen einzigen Beweis auf den historischen Jesus gibt, so wie es diesen auch nicht im Fall von Osiris gibt, bleibt die Theorie des Mythos. Und selbst wenn Jesus gelebt hätte, gibt es ebenfalls keinen Beweis dafür das er göttlich war. Auch dieses kann einfach nur ein Mythos sein. Deshalb reden wir heute vom Glauben und genau so sollten wir es auch handhaben. Als Glaube und nicht als Wissen. Genau das machen aber Kirchen, Freikirchen und kleinere Gemeinden nicht. Sie vertreten in teils harschen Diskussionen ihre Standpunkte, berufen sich dabei ein auf Widersprüche und historisch unvollständigen bis nicht stimmenden Band Papier, welches sie als heilige Schrift bezeichnen. Sie reden vom Glauben, verkaufen es dennoch als Wissen. Und da liegt die Gefahr. Anstatt Gott in sich selbst zu suchen, zu finden und zu erfahren, rennt man dem sinnlosen Geschwafel von Kirchenvätern hinterher und nimmt das an was man ihnen sagt. Das Trügerische dabei ist nur, dass sie dann behaupten es sei ihr Glaube, und das stimmt nicht. Es ist der Glaube ihrer Kirche, den sie  - nicht einmal gut – vertreten. Aber anscheinend gut überzeugend für viele Menschen, denn Freikirchen erleben seit Jahren einen Boom, was ihnen ermöglicht sich immer wieder abzukapseln und eine eigene Kirche zu bauen um dann schließlich eigenes Geld zu verwalten. Solange dieses gemeinnützig geschieht soll es auch nicht im Zeichen des Mammon geschehen, aber sollte eine Kirche mit Gewinn arbeiten, dann dient sie einzig und allein dem Mammon und bekanntlich kann man nicht zwei Herren gelichzeitig dienen. Gott und dem Mammon. Also weiß man schon im Vorfeld wen man in einer nicht gemeinnützigen Kirche auch gar keinen Fall erwarten darf. Gott!

Wie tief sich die Kirche in der Zusammenstellung der Bibel behauptete, verdeutlicht auch das Beispiel des Thomas-Evangeliums. Thomas der genau wie Jesus verkündet, er sei ein Kind Gottes, wie alle Menschen Kinder Gottes seien, wurde nicht berücksichtigt. Selbst heute ist es der Kirche nicht gelungen, eine Bibel zu präsentieren, die alle Schriften aus der Zeit beinhaltet, auch Schriften die nicht unbedingt die Meinung der Kirche wiedergibt. Das wäre ein Zeichen, welches die Kirche dem Menschen und Gott näher bringen würde. Aber wollte sie das je ? Johannes, der wiederum Jesus als den gezeugten Sohn Gottes sieht, wird aufgenommen. Im Einzelnen betrachtet wurden nur Schriften aufgenommen, die davon erzählen, das Jeus der Sohn Gottes sei. Schriften die dies nicht deutlich zum Ausdruck brachten wurden abgewiesen. Die Kirche weigerte sich zu akzeptieren, was sie nicht bereits schon akzeptiert hatte. Die Funde von Nag Hammadi zeigen uns wie viele Wege es damals gab dass man Gott suchen könnte. Schriften die sich bei ägyptischen Mönchen wiederfanden und quer durch die Länder abgeschrieben und weitergegeben wurden. Sehr zum Leidwesen der frühen Kirche, die es nicht dulden konnte, dass die Menschen etwas anderes als die hausgemachte eigene Lehre akzeptierten. Am Besten war es sogar, die Menschen kämen erst gar nicht damit in Kontakt um nicht nach einem Lesen dieser Schriften eventuell zu Zweifeln. Also musste man aktiv werden. Der Bischof von Alexandria befahl 367 den Mönchen, sämtliche Schriften zu zerstören, außer natürlich denen die er akzeptierte. Übrig blieb somit alles, was wir heute im Neuen Testament wiederfinden. Man geht davon aus, dass die Mönche sich dem wiedersetzten und die Schriften für so wichtig erachteten dass sie sie in Holzkisten wegbrachten um sie zu schützen. Sie vergruben sie in Nag Hammadi so gut dass es tausendsechshundert Jahre brauchte , damit Gottes Geist in den Dorfbewohner Muhammad Ali fuhr und er ihn die Schriftrollen finden ließ. Denn wie heißt es so wunderbar bei den Christen: Jede Fähigkeit die ein Mensch in sich hat, ist von Gott gegeben. Eine Gabe. Und die Gabe von Herrn Ali war es diese Schriftrollen zu finden. Gott sei Dank, erfahren wir mehr über das Christentum, den Mann namens Jesus, und das es doch nicht alles so sein konnte, wie es uns die Bibel erzählen will. Man könnte fast meinen, dass war ein Zeichen Gottes, um dem Menschen zu zeigen, dass sie auf einem ganz falschen Weg sind. Aber leider hat der Fund der Schriftrollen nichts gebracht. Das Christentum rennt immer noch einem Mythos hinterher und erhebt einen Propheten zu Gott. Ohne dass sie Gott gefragt haben, was er denn davon hält.

Eine willkürliche Zusammenstellung der Texte in der Bibel ist in soweit richtig, dass man sich die vorhandenen Schriften angesehen hat um dann festzustellen, wo Jesus als Messias auftritt und möglichst von seinen Predigten und Wundern erzählt. Viele, sehr viele Schriften sogar, wurden nicht aufgenommen. Sie werden als Apokryphen bezeichnet. Darunter zählen: Das Protevangelium des Jakobus, Das Kindheitsevangelium des Thomas, Das Ebjonitenevangelium, Das Papyrus Egerton 2, Das geheime Markusevangelium, Das Thomasevangelium, Das Judasevangelium, das Petrusevangelium, das Nikodemusevangelium, das Evangelium nach Maria, die Himmelfahrt des Jesaja und nicht zu vergessen dass Johannes nicht die einzige Offenbarung schrieb, denn zu den Apokryphen zählen auch: Die Apokalypse des Moses, die Apokalypse des Petrus und die erste Apokalypse des Jakobus.

Was sie dem wirklich Gottgläubigen Menschen jedoch gebracht haben, sind bedeutende Erkenntnisse über Wahrheiten und Unwahrheiten der Bibel. So geben sie Hinweise darauf wo christliche Autoren- Übersetzungen die irreführen falsch interpretiert haben. So geschehen dann Wunder. Nicht etwa weil Gott sich durch Wunder offenbart oder seine Macht zum Ausdruck bringen will, wie es uns die Kirchenväter gerne erzählen möchten, sondern weil ein Schreiberling der christlichen Texte, hier der des Matthäus-Evangeliums einen Fehler begeht. Nämlich nicht richtig übersetzt. Das „eine Jungfrau“ (griechisch: parthemos) empfangen wird. Dieses war bereits im griechischen falsch Übersetzt worden. Im hebräischen Originaltext schrieb der Prophet Isaias nämlich „almahl“. Das bedeutet: „eine junge Frau“, die einen Sohn gebären wird. Und schon reicht ein kleiner Übersetzungsfehler aus und die gesamte katholische Christenheit betet heute zu der Jungfrau Maria, die wahrscheinlich von oben auf die Menschen herunterschaut, mit dem Kopf schüttelt und sich fragt, ob diese noch ganz bei Sinnen sind. Protestantische Christen beten zwar nicht zu Maria, halten sie allerdings dennoch für die Jungfrau, die ein Kind zur Welt brachte, gezeugt vom heiligen Geist. Im Grunde Stoff für einen Comedy-Film, aber leider religiöser Wahn der Christenheit.

Irenäus, der große Baumeister der Evangelien ließ also keine anderen Evangelien zu. Ebenso verwarf er mit Brandmarkung sämtliche Gruppierungen, die nur ein Einziges der vier Evangelien annahmen. Die Lukas-Anhänger akzeptierten nur das Evangelium des Lukas, die von Matthäus nur seines...etc. Irenäus macht immer klar, dass die Christenheit in jedem Fall alle Vier bräuchte. Er verglich dieses gerne mit den vier Richtungen wie Osten, Süden, Norden und Westen. Oder den vier verschiedenen Winden. Vier Säulen der Wahrheit sind es, die man bräuchte und die hießen: Matthäus. Markus, Lukas und Johannes. Er untermauerte deren Glaubwürdigkeit dass die Autoren und Jesu Jünger Matthäus und Johannes, selbst Zeugen waren und alle Ereignisse miterlebt hätten, auf die man sich dort bezog.  Markus und Lukas seien Anhänger von Petrus und Paulus gewesen und hätten das niedergeschrieben, was die Apostel ihnen sagten. Irenäus hielt das Johannes-Evangelium für das größte und ehrlichste, weil seiner Meinung nach, nur Johannes Jesus wirklich verstanden hatte in seiner ganzen Pracht. Tatsache ist jedoch, dass wir heute nicht wissen, wer die vier Evangelien geschrieben hat. Bei Johannes kann man sogar davon ausgehen, dass es sich um eine Sammlung mehrerer verschiedener Evangelien handelte. So entstand dann die Lehre der Kirche, die ihren Anhängern aufzwang das zu glauben, was die Kirche ihnen diktierte. Nicht-Anhänger hatten die Wahl, deren Glauben abzulegen, den der Kirche anzunehmen, das kirchliche Glaubensbekenntnis herunter zu leiern oder zu sterben. Die Kirche ließ diese dann auf brutalste Art und Weise verbrennen, nachdem sie vorher bestialisch gefoltert wurden, auf ein Rad gespannt wurden und durch die Stadt rollten, oder lies sie von Brücken herunter springen, mit einer Schlinge um den Hals. Das christliche Glaubensbekenntnis geht so:

 

Wir glauben an einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer

des Himmel, der Erde und des Meeres, und alles was sich darin

befindet; und an Christus Jesus, den Sohn Gottes, der Fleisch

wurde für unsere Erlösung; und an den Heiligen Geist, der durch

die Propheten die Fügung Gottes verkündet, an das Warten auf

die Ankunft, die Geburt durch die Jungfrau, an die Leiden und die

Auferstehung von den Toten, an die Auffahrt in den Himmel im

Fleische unseres geliebten Christus Jesus, unseres Herrn; und

seine Offenbarung vom Himmel in der Herrlichkeit des Vaters,

dass alles eins werde

 

(Adversus häreses, 1,10)

 

Zu großen Veränderungen war die Kirche und das Christentum selten bereit. Mitte des 4. Jahrhunderts vollzog sich allerdings eine Veränderung. Da wurde der Fisch als sichtbares Symbol der Anhängerschaft Jesu, durch das Kreuz ersetzt. Das war sicher ein großer Schritt für die alt-eingerostete Kirche.

8.9.13 17:14

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