GOTT WEINT

Die Schöpfung, oder die Visionen des Moses !

Fragen wir uns zunächst, wer Gott denn eigentlich ist. Dazu muss man an den Ursprung zurück gehen. Der Ursprung alles seins. Der Urknall. Der Big Bang. Laut dem Christen kann es den so nicht gegeben haben, weil Gott es war der die Erde schuf. Das Ganze sogar in sechs Tagen. Am siebten Tag ruhte er. So erzählt es zumindest Moses, der israelitische Volksführer und Prophet in seiner Genesis.  Natürlich sprach Moses von dem Einen Gott. Von Jahwe. Bei der Übersetzung der uns heute bekannten Bibel verzichtete man allerdings auf den genauen Wortlaut Mose. Denn Moses erwähnte, dass Gott am vierten Tag Sonne und Mond schuf. Die Wörter Sonne und Mond wurden allerdings nicht wörtlich übersetzt, sondern man setzte stattdessen einfach das Wort: „Lichter“ ein. (Gute Nachricht Bibel, revidierte Fassung 1997 der „Bibel im heutigen Deutsch&ldquo. Dieses geschah nicht ohne Grund, denn die Namen „Sonne“ und „Mond“ wurden vermieden, weil sie bei einigen Nachbarn Israels als Namen für Götter verwendet wurden. Seit Anbeginn der Menschheit wurde die Sonne als Lebensquelle so sehr verehrt, dass man ihr Göttlichkeit zusprach. Den meisten ist wohl durch die Kreuzworträtsel in den verschiedenen Zeitschriften der ägyptische Sonnengott Ra bekannt. Aber auch die Germanen (Sunna/sol), die Griechen (Sie hatten gleich drei: Helios, Hyperion – der Vater des Helios, und Apollon als Lichtgott), die Inkas (Viracocha), Japaner (Amaterasu), Röner (gleich fünf an der Zahl: Apollo, Jarchibol, Malakbel, Mithras (auf diesen werde ich in einem späteren Kapitel noch besonders eingehen) und Sol). Um nur einige zu benennen. Es gibt weitere Kulturen, bei denen die Sonne einer Gottheit gleich kam, oder gar Gott war.

Betrachten wir uns doch einmal Gott. Gar nicht so einfach. Würden wir Gott denn kennen, ohne dass uns Jesus begegnet wäre und kennen wir denn nun Gott, nachdem Jesus da war?  Fangen wir mit der Schöpfung an. Dort wird uns erzählt (1. Mose 1,1;14):

 

„(1) Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde (14) Am Himmel sollen Lichter entstehen“

 

Demnach müsste die Erde der älteste Planet im Universum sein. Das ist er aber nicht. Erst jüngste Erkenntnisse des Hubble-Teleskopes haben den Stern HD 140283 auf über 13 Milliarden Jahre gemessen. Gott kann also nicht zuerst die Erde geschaffen haben, wenn es bis dahin bereits andere Sterne und Planeten gab.

Zurück zu Moses. Moses also erwähnte, dass Gott Sonne und Mond schuf. Aus Rücksicht auf die Israeliten, die wahrscheinlich aufgeschrien hätten, wenn andere „Götter“ in der Genesis erwähnt worden wären und aus Rücksicht der Nachbarstaaten, die ebenfalls laut geschrien hätten, denn es konnte ja nicht sein, das der israelitische Gott Jawe, deren Götter schuf, änderte man einfach des Friedenswillen die Begriffe in „Lichter“. So fängt die Bibel gerade an und schon hält man sich nicht an den Wortlaut, sondern verfälscht diesen direkt zu Beginn.

Was wäre denn, wenn man sagen würde: Jahwe schuf Sonne und Mond? Israel hätte sich vor seinen Nachbarstaaten rechtfertigen müssen. Wahrscheinlich hätte es nicht mal eine Rechtfertigung oder Erklärung gebraucht, weil die Griechen oder gar die Römer darüber so entzürnt gewesen wären, dass Israel zu der Zeit Mose einfach dem Erdboden gleich gemacht hätten. Aber wenn nun Jahwe tatsächlich eine Sonne mit „gottähnlichem“ Muster geschaffen hätte? In Form von geballter Energie. Eine Art Stellvertreter Gottes oder Gehilfen. Der Gott Apollon oder Ra hätten sich dem Jahwe der Israeliten unterordnen müssen. Ein schier undenkbare Vorstellung, die nur eine Antwort hätte nach sich gezogen: Krieg!

Moses erzählt also in seiner Genesis von der Entstehung der Welt. Moses der Prophet. Was ist ein Prophet? Was ist Prophetie? Propheten gab es wahrscheinlich schon mit Beginn der Menschheit. Die Bibel ist voll von Prophetie. Laut Wikipedia erklärt sich der Begriff so:

 

„Als Prophetie bezeichnet man die Verkündung von Botschaften einer Religion durch Personen, die sich durch einen Gott berufen sehen. Solche Propheten legitimieren ihre Botschaft im Unterschied zu einer rational begründeten Prognose und zum Wahrsagen durch den Auftrag einer Gottheit, den sie als Institution, Audition und/oder Vision zu empfangen und öffentlich weiterzugeben beanspruchen“

 

Moses fühlte sich also durch Gott berufen. Moses empfang  die Geschichte der Erde von Gott, so erzählt er es dem Volk zumindest. Nun stellt sich die Frage, warum erzählt Gott Moses, wie die Welt erschaffen wurde? Christen wie Juden antworten auf diese Frage: „Damit Gott dem Menschen ein Bild von seinem Handeln und von seiner Macht, geben kann.“ Aber wirft das nicht zweifellos die Frage auf: „Wenn Gott also aus dem Nichts heraus das Universum und die sich darin befindliche Erde erschaffen konnte, wer erschuf dann Gott?“ Zum Glück befinden wir uns im Jahre 2013. Im Mittelalter hätte man mich für diese Frage zum Tode auf qualvollste Weise verurteilt. Mit „man“, ist natürlich die Kirche gemeint. Und warum? Weil sie bis heute darauf selbst auch keine Antwort findet. Im Grunde ist es nicht wichtig, wer Gott erschaffen hat. Gott ist da, Gott herrscht und das ist gut so.

Zurück zu Moses. Moses erzählt uns, dass Gott ihm die Geschichte erzählt hat. Zum ersten Mal kommen wir also mit Gott in Berührung. Durch Moses! Wenn wir also glauben, dass Gott die Erde erschaffen hat, dann stellt sich die Frage, warum glauben wir das? Die Antwort liegt uns schwarz auf weiß vor: Weil Moses es sagt! Demzufolge glauben wir also in erster Linie, was Moses sagt, denn Gott hat nicht zu uns gesprochen. Moses zufolge tat er dieses durch ihn. Würden wir heute etwas anderes behaupten, also zum Beispiel das Gott nicht die Erde erschaffen hat, würden wir Gott lästern. Aber tun wir das denn dann wirklich? Es bedeutet doch nur, dass wir nicht das glauben was uns ein Moses erzählt. Wir wollen auch nicht soweit gehen und ihn als Lügner darstellen. Wir wollen uns nur die Freiheit herausnehmen, das zu glauben, was wir glauben wollen. Und so glauben nun mal viele Menschen an den Urknall. Ich auch. Aber das heißt nun nicht, dass ich nicht an Gott glaube. Ich behaupte nur, dass es den Urknall gab. Und ich behaupte das Gott diesen Urknall ausgelöst hat. Ich kann es weder belegen, beweisen noch rechtfertigen. Es ist lediglich ein Glaube. Nichts Anderes. Und genau das ist es mit der Angelegenheit Moses. Es ist ein Glaube. Man muss zuerst Moses glauben, dann kann man auch an die Genesis glauben. Darf ich aber, aufgrund meines Glaubens nun Moses oder gar die Kirche verurteilen? Nein! Denn Jesus hat dazu gesagt (Lukas 6,37):

 

„Verurteilt nicht andere, dann wird Gott auch euch nicht verurteilen. Sitzt über niemand zu Gericht, dann wird Gott auch über euch nicht zu Gericht sitzen.“

 

Und warum darf die Kirche mich verurteilen oder hätte mich gar im Mittelalter dafür umgebracht? Zum einen, weil die Kirche sich eh nie dafür interessiert hat, den Weg des Jesus zu gehen und zum Anderen, weil die Kirche Macht hatte! Weil die Kirche bis zum heutigen Tag Macht hat. Zum Glück ist ihr das Recht genommen worden, Menschen auf legale, erlaubte Art und Weise zu töten. Zum Glück, darf heute jeder seine Meinung äußern und das Recht der Religionsfreiheit zu genießen. Und so habe ich den meinen. Es gab den Urknall, so wie uns die Wissenschaft uns ihn erklärt und ich füge für mich persönlich hinzu: Gott war dafür verantwortlich.

Im Gegensatz zu Moses hatte ich allerdings keine Vision. Moses hingegen hatte diese Visionen, der Gespräche mit Gott. Und man glaubte ihm. Bis heute und wohl auch noch morgen. Aber warum? Wir haben doch auch nach dem Druck der Bibel, Propheten und Visionäre gehabt, haben sie bis heute und auch diese wird es morgen noch geben. Täglich kommen neue Propheten und Visionäre hinzu. Kaum einen glaubt man und noch wenigeren folgt man. Dennoch sind immer wieder welche dabei, die Gehör finden und sich durch das Folgen der Menschen bestätigt fühlen. Ein solches Handeln zieht Sekten und freie Kirchen nach sich.

16.9.13 18:03

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