GOTT WEINT

Moses erklärt uns Gott - Wer´s denn glaubt mag.

Die Bibel fängt nun also damit an, dass man zunächst erst einem Menschen glauben muss um an Gott zu glauben. Wie kann man an Gott glauben, ohne dass man ein gewisses Bild von ihm hat? Moses trug also dazu bei, die ersten Pinselstriche auf einer bis dahin leeren Leinwand zu bringen und ein Bild von Gott zu malen. Von dem einen israelitischen Gott! Während andere Kulturen ihre Gottesbilder bereits fertig hatten, brachte Moses nun ein weiters Bild eines Gottes in die große Galerie, der Götter der Welt. Nun galt es dem Menschen verständlich zu machen, dass es dieses eine Bild ist, welches den Einen, den Einzigen Gott zeigte. Alle anderen Götter, aller Kulturen sollten somit aus der Galerie entfernt werden. Visionen von Römern, die sie von Apollon hatten oder der Ägypter von Ra, waren nur Visionen im Rausch oder Trugbilder. Nur er, nur Moses war ab sofort berufen Gott in die Welt zu tragen. Wieder stellt sich die Frage, warum ließ sich dieser Eine, dieser Einzige Gott soviel Zeit damit, um sich einem Menschen zu offenbaren. Tat er das vielleicht gar nicht erst bei Moses? Tat er das vielleicht schon viel früher? Bei dem einen oder anderen Menschen? Diese hatten allerdings nur das große Pech, dass man ihnen nicht glauben wollte, oder dass kein Platz für Jahwe in ihren Ländern war? Was hätte wohl Cäsar geantwortet, wenn ein kleiner römischer Bauer zu ihm gegangen wäre und hätte gesagt: „Wir müssen uns von Apollon, Zeus und all den anderen verabschieden, denn sie sind nicht real. Ich hatte eine Vision und ich weiß nun, dass es nur einen einzigen Gott gibt. Dieser heißt Jahwe und er hat mir aufgetragen, dass wir alle Statuen unserer falschen Götter einreißen sollen.“? Cäsar hätte diesen Mann auf ein Rad gespannt und ihn durch Rom rollen lassen oder ihm ein Ticket für die Arena gegeben, auf dem: Löwenfutter, stand.

Warum glaubten ihm die Israeliten seine Visionen also? Zum einen kam es ihnen gut gelegen, nun einen eigenen Gott zu haben. Zum anderen galt Moses als Weise und wahrscheinlich hatte er genau das, was ein jeder Prophet braucht um Gehör und Gefolgschaft zu erhalten: Charisma. Weisheit alleine ist kein Garant für Gefolgschaft. In der heutigen Zeit ist Weisheit meist mit Beweisen zu erringen. Einfache Behauptungen oder Thesen sind ohne, dass man sie auch in absehbarer Zeit belegen kann wenig wert. Moses konnte seine Visionen nicht belegen, dennoch erlangte er schnell Gefolgschaft. Und endlich bekam das Judentum einen Gott, an dem sie sich festhalten konnten. Endlich gab es eine Adresse, an die sie ihre Wünsche schicken konnten.

Moses erzählt uns in Genesis 2 auch wo Gott sein Paradies schuf und wie die Flüsse hießen, die aus dem Strom entsprossen. Pischon, Gihorn, Tigris und Eufrat. Wie praktisch es dann doch auch war für Moses war, das Paradies ortsnah anzusiedeln. Aber was sollte er auch anderes sagen? Man stelle sich vor, Moses hätte das Paradies auf einen anderen Kontinent verlegt, welcher ihm bis dahin auch gar nicht bekannt sein durfte. Oder man stelle sich vor, er hätte das Paradies ins Land der Römer gelegt. Kaum vorstellbar, das Moses in seinen Visionen ein anderes Land hätte sehen können, als das, welches ihm bekannt war oder aber seine Gefolgschaft ihm dieses geglaubt hätte. Selbst wenn er es gesehen hätte, in seinen Visionen, wie hätte er es dem Volk verständlich machen sollen? Mit seinen Ausführungen und Erklärungen hingegen konnte das Volk allerdings etwas anfangen und war somit auch leichter zu überzeugen.

19.8.13 18:06

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