GOTT WEINT

„Die Juden war es es! Die Juden waren es! Ehrlich! Ich weiß es ganz genau!“

Was nun aber die Kreuzigung an sich angeht muss man nicht nur die biblischen Widersprüche der einzelnen Evangelien betrachten, sondern auch die historischen Ungereimtheiten, die sich hier wiederfinden. Auch diese verteilen sich quer durch das Buch der Bücher, auch wenn diese immer wieder von christlicher Seite abgewiesen werden, was nur legitim ist. Sie wollen den Wahrheitsgehalt nicht in Frage gestellt wissen. Befassen wir uns nur mit dem Akt der Kreuzigung, dem Davor und Danach, liegen hier Fakten offen, die unumstritten den direkten Widerspruch zur Geschichte darlegen.

Bevor wir uns der Kreuzigung hingeben, sollten wir uns noch einmal die Evangelien betrachten. 70 nach Christus wurde das älteste Evangelium verfasst. Dessen Auferstehungs-geschichte wurde erst später hinzugefügt. Markus, der nicht einer „der Zwölf“ war. Die Vermutungen der Bibelwissenschaft legt Nahe, dass Markus ein Mitarbeiter von Paulus war, aufgrund des paulinischen Denkens welches immer wieder zum Ausdruck kommt. Lukas Evangelium liegt so um 80 nach Christus. Matthäus um 85 nach Christus. Matthäus bediente sich im großen und ganzen dem Markus-Evangelium, wobei das Evangelium nicht von Matthäus geschrieben wurde, sondern ihm nur zugesprochen wurde um einen prominenten Menschen dahinter zu wissen. Das Ganze um dem eine größere Bedeutung zu geben. Matthäus verfasste sein Evangelium auf griechisch. Daher kann man hier die hellenistische Denkweise nachvollziehen. Alle hatten eines gemeinsam. Sie kämpften um´s Überleben. Das beinhaltete auch, die Verbreitung seiner Reden oder Schriften. Erfolg konnte beides nur haben, indem man Rom am Tod des Messias nicht schuldig macht, sondern, wie uns bekannt ist den Juden die Schuld gibt. Insbesondere den Priestertum der Juden. Die Evangelien wurden nicht für die Juden geschrieben, sondern für den größten Teil, der sich damals in Rom aufhielt, beziehungsweise Einfluss hatte und diese Menschen waren nun mal griechisch-römisch. Hierzu musste man sich etwas einfallen lassen um die Juden als die Übeltäter hinzustellen. Dieses gelang aber nicht wirklich, denn in allen drei synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus und Lukas) wurde Jesus in der Passahnacht verhaftet und auch in dieser Nacht vom hohen Rat, welches die oberste jüdische religiöse und politische Instanz war, verurteilt. Da ist bereits der erste Hinweis auf historische und traditionelle Irreführung. Jeder Jude, der diese Passagen liest wird bemitleidenswert den Christen ansehen und ihn fragen, ob er sich jemals mit der jüdischen Kultur auseinandergesetzt hätte. Im Grunde bräuchte er dieses erst gar nicht zu fragen, denn jeder Christ der daran glaubt was die Evangelien in diesem Kontext schreiben, kennt das Judentum nicht. Zur Erläuterung: Das jüdische Gesetz verbietet es, dass der Hohe Rat während des Passahfestes zusammenkommt. Weder im Tempel, noch sonst wo. Es war dem Rat also verboten Jesus an diesem Tag anzuhören und ihn sogar zu verurteilen. Damit ist klar dass dieses, so niemals geschehen sein konnte, wie es uns die Evangelisten erzählen wollen. Ebenso wird uns erzählt, der Hohe Rat hätte keine Berechtigung gehabt, Todesurteile auszusprechen. Auch hier liegt historisch und politisch gesehen ein Irrtum vor, der darauf hofft, der Nicht-Jude würde ihn nicht beachten. Der Hohe Rat hatte in jedem Fall das Recht, jemanden zum Tode zu verurteilen. Das tat er auch immer wieder in Form von Steinigungen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte niemand den Tod Jesu am Kreuz verlangt. Wenn der Hohe Rat Jesus loswerden wollte, hätte er ihn entweder vor oder nach dem Passahfest verurteilen können, durch den Tod der Steinigung.

30.8.13 18:23

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